Personalberatung

Nachdem ich mittlerweile meine Protagonstin und ihren Gegenspieler für meine geplante Kurzgeschichte bearbeitet habe, sollte ich mir noch ein paar Gedanken zu eventuell weiteren benötigten Mitspielern machen, wobei ich natürlich darauf achten sollte, dass sie sich untereinander genügend unterscheiden. Es wäre doch äußerst langweilig, wenn alle auftretenden Figuren um die 25 Jahre alt wären, in einer schicken Boutique arbeiten, gut aussehend, blond, nett, schlank und wohlhabend sind.

Ein bisschen Abwechslung darf dann schon sein und erleichtert auch dem Leser die Unterscheidung und sorgt eigentlich automatisch für genügend Konflikt (ohne den jede Geschichte zwangsläufig zu einem faden Brei zusammenkocht).

Menschen (oder Ausserirdische, Orks, Feen, Vampire, Wookiees – die Liste ist beliebig erweiterbar) unterschiedlichen Alters haben nun mal unterschiedliche Erfahrungen gemacht und weisen dadurch zumeist auch eine andere Einstellung zum Leben auf. Eine andere soziale Herkunft, Charaktereigenschaften oder Ausprägungen des Temperamentes machen die Mitspieler bunt und interessant.

In meinem Fall brauche ich für eine Kurzgeschichte natürlich nicht so viele Mitspieler wie für einen Roman. Ich habe mich für die Priesterin als dritte Figur entschieden, die ich natürlich nicht so ausführlich ausarbeiten muss wie meine Hauptfigur.

Der Vollständigkeit halber liste ich aber mal die üblichen Verdächtigen des Stammpersonals auf, wie es recht häufig in Erscheinung tritt.

  • Da haben wir den Mentor der Hauptfigur. Ein klassisches Beispiel wäre Meister Yoda, der erfahren und hellsichtig ist und Luke mit seinem umfangreichen Wissen unterstützt).
  • Der Partner oder der Liebhaber. Wenn wir bei dem gewählten Beispiel bleiben: Prinzessin Leia und Han Solo. Unterschiedlicher in Hinsicht z.B. auf die soziale Herkunft geht kaum und es sorgt prima für eine Menge Konflikt.
  • Als nächstes brauchen wir eine etwas undurchsichtige Figur, von der wir nicht auf Anhieb wissen, ob sie ein Freund oder Feind ist. Da fällt mir Lando Calrissian ein. Zuerst ein Freund oder doch ein Verräter und dann wieder ein Freund?
  • Der Protagonist braucht natürlich noch einen Freund oder Vertrauten. Für Luke könnte das Han Solo sein, der sich in Temperament und Lebensauffassung deutlich von ihm unterscheidet.
  • Und zum Schluß noch ganz wichtig: das Helferlein des Antagonisten. Steht in der Hierachie deutlich unter dem „Bösen“ und arbeitet für ihn. Wenn wir den Imperator als den „Superschurken“ ansehen, wäre Darth Vader sein Helfer. Für ein deutlicher ausgeprägtes Beispiel fiel mir noch Guy of Gisborne als Helferlein des Sheriffs von Nottingham ein.

Wir sehen, dass die verschiedenen Figuren auch verschieden Standardtypen gleichzeitig verkörpern können. Han Solo tritt als Freund (von Luke) und Liebhaber (von Leia) auf. Genauso besitzt er aber auch Elemente der undruchsichtigen Figur.
Die von mir als „Mitspielerin“ gewählte Priesterin würde ich jetzt in die Schublade „Mentor“ stecken: weise und erfahren, etwas älter als meine Protagonistin und hilft ihr bei der Bewältigung ihrer Aufgabe.